HINWEIS! Unsere Website verwendet die Cookies, um ein besseres Surfen zu ermöglichen. Die Cookies, die wir verwenden, erlauben uns, die Besuche auf anonyme Weise zu zählen, und gestatten uns in keiner Weise, Sie direkt zu identifizieren.

Klicken Sie auf ICH STIMME ZU, um diese Information zu schließen, oder vertiefen Sie das Thema in Cookie – komplette Datenschutzerklärung.

ICH STIMME ZU

Im Sinne des Art. 13 des GvD 196/2003 – „Datenschutzkodex“ liefern wir Ihnen einige Informationen bezüglich der Verwendung Ihrer personenbezogenen Daten.

Nachfolgend die Datenschutzerklärung von teatrocristallo.it . Sie enthält alle Informationen, die Sie haben sollten, um die Website beruhigt benützen zu können und beim Surfen eventuelle Daten im vollen Bewusstsein liefern zu können.

Auf jeden Fall teilen wir Ihnen schon jetzt mit, dass keine sensiblen Daten verarbeitet werden.

Inhaber der Verarbeitung und Anwendungsbereich

Die vorliegende Datenschutzerklärung gilt ausschließlich für das Surfen auf der Website der filcams-lhfd.it (nachfolgend kurz „Website“), erreichbar unter der Internet-Adresse http://www.teatrocristallo.it und ordnungsgemäß von Associazione Cristallo Verein - via Dalmazia Strasse 30 - Bolzano 39100 - IT registriert.

Inhaber der Verarbeitung der eingesammelten Daten ist Associazione Cristallo Verein in der Person des gesetzlichen Vertreters, dessen Daten schon zuvor angeführt wurden.

Quelle der personenbezogenen Daten

Die Programme, die für den Betrieb dieser Website verwendet werden, könnten im Laufe des normalen Betriebes einige Daten von Ihnen erheben (die entsprechende Übermittlung ist durch die Verwendung der Kommunikationsprotokolle von Internet bedingt), die Ihnen aber nicht direkt zuteilbar sind.

Zu den gesammelten Daten gehören zum Beispiel und ohne Anspruch auf Vollständigkeit die IP-Adresse, die Domäne und der Browsertyp der Computer, von denen aus die Website aufgerufen wird, die URL-Anschriften (Uniform Resource Identifier) der erforderlichen Betriebsmittel, die Uhrzeit der Anforderung, das Verfahren für die Weiterleitung der Anforderung an den Server, die Größe der Datei der darauf erhaltenen Antwort, der nummerische Kode über den Status der Antwort vom Server (Ausgang, Fehler, etc.) und weitere Parameter, die das von Ihnen verwendete Betriebssystem und den Informatikbereich betreffen.

Diese Daten ermöglichen auf keinen Fall, auf Ihre Identität zurückzuschließen und gelten daher als anonym.

Besondere Quellen der personenbezogenen Daten sind in den spezifischen, nachfolgend angeführten Datenschutzerklärungen einzelner Dienste der Website oder der entsprechend für den guten Betrieb verwendeten Software angegeben.

Zweck der Verarbeitung

Die Sie betreffenden Daten werden in anonyme Daten umgewandelt und in zusammengesetzter Form zu statistischen Zwecken sowie zur Gewährleistung der Dienstkontinuität und der Verbesserung der Website verarbeitet.

Sollten Sie mit diesem Verfahren nicht einverstanden sein, bitten wir Sie höflichst, nicht auf dieser Website zu surfen und auch nicht deren Dienste zu beanspruchen.

Die IP-Adresse könnte in einigen Fällen zum ausschließlichen Zweck verwendet werden, Angriffe auf die Website sowie im Sinne der geltenden Gesetze rechtswidrige Tätigkeiten zu blockieren.

Besondere Verarbeitungszwecke sind in den spezifischen, nachfolgend angeführten Datenschutzerklärungen einzelner Dienste der Website oder der entsprechend für den guten Betrieb verwendeten Software angegeben.

Modalitäten für die Verarbeitung der Daten

Die von Ihnen gelieferten und von der Website erhobenen Daten werden nur für den streng erforderlichen Zeitraum verarbeitet.

Sie werden elektronisch verarbeitet und zu den oben genannten Zwecken zusammengelegt.

Besondere Verarbeitungsmodalitäten sind in den spezifischen, nachfolgend angeführten Datenschutzerklärungen einzelner Dienste der Website oder der entsprechend für den guten Betrieb verwendeten Software angegeben.

Freiwillige Angabe

Zwecks Surfen auf der Website ist nicht die Mitteilung von personenbezogenen Daten, sondern nur der anonymen und für oben genannte Zwecke erforderlichen Daten notwendig.

Bestimmte Bereiche der Website erfordern jedoch die Errichtung eines Zulassungsprofils und die informatische Authentifizierung, um aufgerufen werden zu können. Die Errichtung des Profils bedingt die Mitteilung von personenbezogenen Daten, zusätzlich zu den anonymen Daten, die für das einfache Surfen notwendig sind.

Diese Daten werden ausschließlich dazu verwendet, die eventuell beantragten Dienste zu gewährleisten, und gemäß den spezifisch erstellten und nachfolgend angeführten Datenschutzerklärungen verarbeitet.

Personen oder Kategorien von Personen, die Zugang zu den Daten haben oder von ihnen Kenntnis erlangen könnten (d)

Der direkte Zugang zu Ihren Daten ist ausschließlich dem hier angegebenen Inhaber der Datenverarbeitung gestattet.

Lieferant des Hosting-Dienstes ist Studio Creating Gen. – Galilei-Straße 2/E – 39100 Bozen  - IT; sie könnte potentiell ausschließlich aus technischen und dringenden Gründen, die einen Eingriff zur Wahrung der Funktionalität und der Sicherheit der Website erfordern, Zugang zu den Daten haben.

Weitere Dienste werden oder können von anderen Betrieben angeboten werden. Informationen dazu sind in den nachfolgend angeführten Datenschutzerklärungen jedes einzelnen Dienstes enthalten.

Rechte des Betroffenen (Artikel 7)

Wichtig ist auch, dass Sie über Folgendes informiert sind: Der Datenschutzkodex gewährleistet den Betroffenen die Möglichkeit, bestimmte Rechte gemäß Art. 7 des Datenschutzkodex, den wir nachfolgend zur Gänze wiedergeben, auszuüben.

Artikel 7 des „Datenschutzkodex"

Die betroffene Person hat das Recht, Auskunft darüber zu erhalten, ob Daten vorhanden sind, die sie betreffen, auch dann, wenn diese noch nicht gespeichert sind; sie hat ferner das Recht, dass ihr diese Daten in verständlicher Form übermittelt werden.

Die betroffene Person hat das Recht auf Auskunft über

- den Zweck und die Modalitäten der Verarbeitung; das angewandte System, falls die Daten elektronisch verarbeitet werden;

- die wichtigsten Daten zur Identifizierung des Rechtsinhabers, der Verantwortlichen und des im Sinne von Artikel 5 Absatz 2 namhaft gemachten Vertreters;

- die Personen oder Kategorien von Personen, denen die personenbezogenen Daten übermittelt werden können oder die als im Staatsgebiet namhaft gemachte Vertreter, als Verantwortliche oder als Beauftragte davon Kenntnis erlangen können.

Die betroffene Person hat das Recht,


- die Aktualisierung, die Berichtigung oder, sofern interessiert, die Ergänzung der Daten zu verlangen;


- zu verlangen, dass widerrechtlich verarbeitete Daten gelöscht, anonymisiert oder gesperrt werden; dies gilt auch für Daten, deren Aufbewahrung für die Zwecke, für die sie erhoben oder später verarbeitet wurden, nicht erforderlich ist;


- eine Bestätigung darüber zu erhalten, dass die unter den Buchstaben a) und b) angegebenen Vorgänge, auch was ihren Inhalt betrifft, jenen mitgeteilt wurden, denen die Daten übermittelt oder bei denen sie verbreitet wurden, sofern sich dies nicht als unmöglich erweist oder der Aufwand an Mitteln im Verhältnis zum geschützten Recht unvertretbar groß wäre.

Die betroffene Person hat das Recht, sich ganz oder teilweise


- der Verarbeitung personenbezogener Daten, die sie betreffen, aus legitimen Gründen zu widersetzen, auch wenn diese Daten dem Zweck der Sammlung entsprechen;

- der Verarbeitung personenbezogener Daten, die sie betreffen, zu widersetzen, wenn diese Verarbeitung zum Zwecke des Versands von Werbematerial oder des Direktverkaufs, zur Markt- oder Meinungsforschung oder zur Handelsinformation erfolgt.

Cookies

Teil dieser Website verwendet Cookies; das sind Textdateien, die von der Website in Ihrem Computer hinterlegt werden, um untersuchen zu können, wie die Benutzer die Website zum Austausch von Informationen zwischen Server und Benutzer verwenden.

Über Cookies werden keine wichtigen Daten ausgetauscht. Sie ermöglichen die Automatisierung bestimmter Abläufe und ersparen Ihnen somit komplexe Verfahren; außerdem sind sie manchmal für die korrekte Funktionsweise der Website unentbehrlich.

In den Cookies, die von teatrocristallo.it und den von ihr beanspruchten Diensten geschaffen werden, werden keine personenbezogenen Daten gespeichert, die ermöglichen könnten, auf Ihre Identität zu schließen. Sie stellen keine Gefahr für Ihre Privatsphäre oder für die Integrität der Computersysteme dar, die Sie für den Zugang zu Internet bzw. zur Website verwenden.

Falls Sie mit diesem Verfahren nicht einverstanden sein sollten, können Sie die Cookies auf Ihrem Browser desaktivieren; dies könnte jedoch das Surfen auf der Website erschweren.

Daten, die eventuell von den Cookies mit den oben angegebenen Modalitäten gesammelt oder aufbewahrt werden, werden nicht an Dritte weitergeleitet, sofern dies nicht für die korrekte Betriebsweise der von der Website oder von Dritten an die Website gelieferten Dienste erforderlich sein sollte.

Spezifische Informationen über den Einsatz der Cookies sind in den nachfolgend angeführten Datenschutzerklärungen der spezifischen Dienste angeführt.

Ergänzungen zur vorliegenden Datenschutzerklärung

Mit Bezug auf die spezifischen Dienste, die der Website und/oder Ihnen von der Website angeboten werden, wurden spezifische Datenschutzerklärungen erstellt, die ganzheitlicher Bestandteil der vorliegenden allgemeinen Datenschutzerklärung sind.

Nachfolgend die Links zu den Datenschutzerklärungen der spezifischen Dienste:

Datenschutzerklärung über die Nachverfolgung der Besuche  (Google Analytics)

MIT DER UNTERSTÜTZUNG VON

MAIN SPONSOR


SPONSOR









PARTNERSHIP

Ein Theater, das Stadtviertel und Stadt lieben und wollen

 

Aus Land wird Stadt

 

Bis Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts ist das Gebiet, das heute das Stadtviertel Europa-Neustift umfasst, nichts anderes als Ackerland. Es gibt wenige Behausungen, nur ein paar Bauernhöfe sind verstreut und isoliert, die von Landwirten deutscher Muttersprache bewohnt werden: die ländliche Umgebung erstreckt sich mehr oder weniger von den Ufern des Eisacks bis zu den Hängen des Guntschna-Berges und ist mit der alten Stadt über Pfade und Schotterwege verbunden. Dieses Landschaftsbild verändert sich in etwas mehr als zwanzig Jahren radikal. Es wird langsam besiedelt, als gegen Ende der 30er Jahre die sogenannten "Sozialwohnungen" erbaut werden, die zum Stadtviertel "Littorio" werden. Es handelt sich dabei um Gebäude, die vom Regime in Hinblick auf die Italianisierung Südtirols entworfen wurden. Sie sollen den Familien ein Zuhause bieten, die aus anderen Regionen Italiens nach Bozen kommen, um die neu geschaffenen Arbeitsplätze in der neuen Industriezone zu besetzen. Es werden Straßen gezogen und es entstehen Häuser rund um die Turin-, Dalmatien-, Rodi-, Rovigo- und Mailandstraße und wenig später auch im angrenzenden Stadtviertel von Maria Heim, wo mit den "semirurali" (halbländliches Viertel) das Stadtviertel Dux errichtet wird. Die Regina-Pacis-Kirche gibt es noch nicht: an ihrer Stelle betreiben die Augustinermönche von Neustift auf einem antiken Landgut namens Mariaheim mit einer kleinen Kirche aus dem Jahre 1640 Weinbau. Im Herbst 1935 lassen sich in Südtirol Industrieunternehmen aus der Lombardei und dem Piemont nieder. Die Industriezone wird im Dezember 1936 eröffnet: die großen Stahlwerke Lancia und Viberti, Montecatini, Feltrinelli Masonite und einige kleinere nehmen die Arbeit auf. In der Turinstraße im Littorio-Komplex stehen den Arbeitern und ihren Familien von 1935 bis '38 26 Häuser mit insgesamt 900 Unterkünften zur Verfügung, und bis 1942 kommen noch weitere dazu. Mit dem Stadtviertel Dux wird der Bebauungsplan zwischen 1938 und '43 mit 330 zweistöckigen Häusern vervollständigt: insgesamt sind es 1100 Zwei- und Vierfamilienhäuser. Heute befindet sich das Stadtviertel Europa-Neustift fast im Zentrum der Stadt, damals hingegen war es eine Zone am Stadtrand, in der sich zwischen 1935 und 1945 13.000 Menschen niederließen, die vorwiegend aus Venetien, der Lombardei und der Emilia-Romagna stammten.

Geschichte

Das Cristallo Theater entsteht im Jahre 1954. Was viele nicht wissen: vor der Kirche an sich wurde das Theater gebaut. Das neue Stadtviertel, oder wie man einst sagt "rione", wird besiedelt und füllt sich somit mit Menschen, aber die Gemeinschaft hat keinen richtigen Bezugspunkt. Ein Teil der Grundstücke des Kloster Neustifts werden an die Kurie abgetreten; der Grundstein für die neue Pfarrkirche wird im Mai 1954 gelegt und darauf entsteht… das Kino Cristallo Theater, das am 1. November desselben Jahres vom damaligen Erzbischof von Trient Carlo de Ferrari eingeweiht wird. Es ist ein Saal im Rohzustand und fungiert am Anfang als provisorische Kirche: tatsächlich ist die Pfarrkirche Regina Pacis entstanden, nur eben in anderer Form. Wie es zu der Zeit üblich war, schafft der erste Pfarrer Don Lino Giuliani in erster Linie einen Ort, an dem sich die Gemeinschaft treffen und eine eigenen Identität aufbauen kann, unabhängig vom Glauben des einzelnen: daher die Entscheidung zuerst das Theater zu bauen, das auch für Gottesdienste benutzt werden kann, und in einem zweiten Moment die Kirche. Im Jahre 1955 wird schließlich auch der untere Teil der jetzigen Kirche mit Oratorium und Kindergarten gebaut. Es dauert jedoch bis zum Mai 1960, bis die Kirche als Sakralbau fertiggestellt wird, aber der Pfarrbetrieb hatte mit dem Cristallo schon begonnen.
Kirchengemeinde und Stadtviertel sind in diesen Jahren ein Synonym. Auch die Gemeinschaft der Regina Pacis-Kirche leidet, im Guten wie im Bösen, unter der "Distanz" zu den anderen in der Stadt verstreuten Gemeinschaften. Im Guten, wenn die Bewohner gemeinsam die Identität und die Eigenschaften ihrer Kirchengemeinde verteidigen; im Bösen, wenn Diskriminierungen unter den reichen und den weniger reichen Stadtvierteln überwiegen. Die Pfarrgemeinde von Regina Pacis ist geprägt von einer starken Mehrheit an Einwohner italienischer Muttersprache, die unterschiedliche Kulturen haben. Menschen, die mehr oder weniger derselben Abstammung sind und die gleichen Bedürfnisse, Erwartungen und Ziele haben und von Orten kommen, meistens nicht freiwillig, die sozial rückständig waren und wo es keine Arbeit gab, die nicht mehr von der Landwirtschaft leben oder vor Naturkatastrophen geflüchtet sind. Es sind Familien, die ihren Ursprungsort verlassen haben, die aber in sich Wurzeln, Traditionen, antike Weisheiten und, die Ältesten, Überbleibsel vorheriger Unterdrückung tragen; Menschen, die mit den Einheimischen verschmelzen müssen, die ihrerseits einem Reich, das schon lange untergegangen ist, aber dennoch noch oft beweint wird, entstammen. Es sind also Familien, die es mit einer "anderen" und komplexen Realität zu tun haben. Aus dieser Verschmelzung von Herkunft und Kulturen entsteht jener Dialekt, den es nicht gibt, das "bolzanese" oder "bolzanesco", eine Ausdrucksweise, die in der Landeshauptstadt (immer weniger) gesprochen wird und aus Akzenten aus Padova mit Einfärbungen aus dem Veneto, deutschen Stammwörtern und trentiner Einflüssen, ladinischen Sprachen usw. besteht: Ausdrücke, die aus den alltäglichen Mikrokosmen anderer Provinzen kommen. In einer so vielfältigen Umgebung ist es keine leichte Aufgabe, den eigenen Kindern eine Identität zu vermitteln, auch weil es keine Gemeinschaft gibt, die die Lücken, die die öffentlichen Einrichtungen für Bildung und Hilfe hinterlassen, füllen könnte.

1963- 1973, die fetten Jahre

Im Februar 1963 wird das Kino Cristallo Theater, diesmal in voller Funktion, eingeweiht, und erlebt von 1963 bis 1973 seinen Höhepunkt. Vormittags wird im Saal für die Aufführungen geprobt, während am Nachmittag Filmvorführungen stattfinden. Die Kinovorstellungen werden zum Hauptgeschäft und dauern für die nächsten zehn Jahre an. Praktisch ist das Cristallo ein Pfarrkino, das Kinderfilme, Western und Zeichentrickfilme ausstrahlt, auch wenn es durch diese Klassifizierung zu Unrecht nur oberflächlich in Erinnerung gerufen wird. Das Attribut "Pfarr-" ist ein Klischee, durch das man an etwas Minderes denken könnte, im Vergleich zur Berühmtheit der privaten Säle in der Stadt. Für das Cristallo gilt dies aber nicht: dem Saal fehlt es an nichts, was Größe (etwa 700 Plätze im Parkett und Loggia), Kapazität und Infrastrukturen betrifft, und auch die Zuschauerzahlen liegen nicht unter jenen der anderen Säle. Findet gerade keine Filmvorführung statt, werden Varietés aufgeführt, die von der Pfarrei oder Vereinen des Quartiers organisiert werden. Sehr oft wird die Bühne während der Festtage oder für jährliche Veranstaltungen von Vereinen und Gruppen genutzt. Es ist ein wahrer Ort der Zusammenkunft und der sozialen Förderung. Am Abend geht die Show weiter: entweder mit Film oder Theater. Die Bühne ist mit mehreren Kulissen und allen Vorrichtungen ausgestattet, um für verschiedene Veranstaltungen, ob Prosa oder Lyrik, umwandelbar und bespielbar zu sein. In der Vorbühne befindet sich auch der Orchestergraben für Opern und Operetten. Eine große Zahl an Laienensembles lösen sich in diesen Jahren ab, seien es lokale oder welche von außerhalb. Der verantwortliche Leiter des Cristallo ist in diesen Jahren Ottorino Scappi, Verwalter, Wirtschafter, Koordinator, technischer und künstlerischer Direktor: ein Insider, der alles kann und sich von 1963 bis '73, Samstag und Sonntag inklusive, um die Leitung und die besonderen Dynamiken des Kino Cristallo Theater kümmert.

"Es waren jene Zeiten, in denen man noch mit wenig träumen konnte." Erinnert sich Scappi heute. "Zeiten, in denen es viel Hilfsbereitschaft bei den Menschen gab. Einer stand an der Kassa, einer kontrollierte die Eintrittskarten oder machte die Maske, wieder ein anderer kümmerte sich um den Film, die Szenen, Lichter, das Magazin und vieles mehr. Man konnte eine Initiative ins Leben rufen und etwas organisieren und man wusste von vornherein, dass es klappen würde. Es war einfach, Leute zu finde, die mitarbeiteten. Außerdem war es toll, in einem so gut ausgestatteten Theater zu arbeiten. Zwischen dem ersten und dem zweiten Vorhang befand sich die Leinwand mit der Audioanlage; dahinter die restliche Bühne, die Kulissen und die Bühnenausstattung. Auch akustisch war der Saal hervorragend. Morgens fanden die Proben statt, nachmittags die Filme, die sich bis in den Abend hinzogen, wenn keine Theateraufführung im Programm war. Ich erinnere mich noch gerne an so manche Pause während der Vorführungen. Ich schaute mir nicht den Film an, weil ich ihn mittlerweile schon auswendig kannte, sondern hatte Spaß daran, die Gesichter der Zuschauer zu beobachten. Es war eine Riesenspaß, gewisse Reaktionen auf den Gesichtern der Kinder zu sehen, die mit den Augen an der Leinwand klebten…"

Schüler-Festival

Im Cristallo findet in der ersten Hälfte der 60er Jahre die erste Ausgabe des Schüler-Festivals statt. Es war eine Neuheit für jene Zeiten. Klassische und leichte Musik, Jazz, Dramaturgie, Filmvorführungen, Varietés füllen den Saal in unglaublicher Art und Weise während dieser und den vier folgenden Ausgaben des Festivals. Das Theater ist ausverkauft, nicht einmal Stehplätze gibt es mehr, die Türen werden geschlossen und draußen protestieren die, die nicht hinein dürfen. 

Ezio Zermiani, Lino Morabito, Emilio Insolvibile, "Mimmo" Marcassoli und viele mehr: das sind die Matadoren jener Zeit. Nicht zu vergessen, die erste Ausgabe gewinnt das ITC Cesare Battisti. Die Schüler-Festivals stellen einen "heißen" Moment dar. Während einer der ersten Ausgaben ist der Zulauf an Schülern, die die eigene Schule im Wettbewerb anfeuern, vor dem Theater so groß, dass ein denkwürdiger Verkehrsstau entsteht. Der Verkehr bleibt stehen: Busse kommen nicht weiter und die Autofahrer hupen wie verrückt. Es entsteht ein großes Chaos, das damals als "Unfall" bezeichnet wurde. Es ist nur ein Ereignis, das die damals vom Terrorismus geprägte Landeshauptstadt mit einem Moment der Fröhlichkeit ansteckt. Im Grunde handelt es sich um Jugendliche unter zwanzig voll gesundem Enthusiasmus und voller Motivation, ein bisschen Radau zu machen, in einem Moment des Zusammenhalts, der ausbricht aus den zu jener Zeit üblichen Schemata. Und, zwischen Applaus und Pfiffen, entsteht auch so mancher Flirt.

Das Teatro Stabile von Fantasio Piccoli

Fantasio Piccoli, ein nicht einmal 30-jähriger Mailänder, gründet gleich nach dem Krieg die Theatergruppe "Il Carrozzone", einer Art Wandertheater, in dem er eine ansehnliche Gruppe junger Schauspieler vereint. Unter ihnen waren Adriana Asti, Romolo Valli, Franca Rame, Valentina Fortunato, Mariangela Melato: einige von ihnen werden 1950 die spätere Theatergruppe mit dem Namen Teatro Stabile gründen. Das Teatro Stabile di Bolzano hat keine feste Niederlassung, auch wenn es sich "stabile" nennt. Die ersten Aufführungen finden 1950 in der Aula Magna der ITI und dem Konzertsaal des Musikkonservatoriums Claudio Monteverdi statt, danach im Corso-Theater (wurde abgerissen), im Minerva in der Trieststraße (ebenfalls abgerissen) und im Drusustheater im Jahre 1955. Das Drusustheater scheint das neue Stadttheater zu werden, aber der Vorschlag wird verworfen und das Theater geräumt. Man weicht auf die Hall des Stadthotels am Waltherplatz aus. In den Jahren '61-'62 nach einer schwierigen und riskanten Zeit fangen Piccoli und das Stabile wird an und stehen mit Hilfsmitteln in den Räumlichkeiten der Messe Bozen in der Romstraße wieder auf der Bühne. Mit der Zeit werden auch Theatergruppen von außerhalb gerufen, bis das Stabile im Jahr 1965 endlich in einem richtigen Theatersaal, und zwar dem des Cristallo Theaters, landet. Dort bleibt die Theatergruppe für vier Spielzeiten. Im Laufe der zweiten Spielzeit (1965-66) beschließt Fantasio Piccoli der Theatergruppe neue Kraft zu geben, um das alles andere als florierende Schicksal des Theaters wieder aufleben zu lassen, und engagiert Nino Besozzi, einen vielseitigen Schauspieler, der damals auf nationalem Boden eine gewisse Berühmtheit erlangt hatte. Diese Lösung führt zu guten Resultaten. Besozzi steht mit "Der Fächer" von Carlo Goldoni auf der Bühne und gewinnt den Preis für die beste Goldoni-Interpretation des Jahres. Es folgen Interpretationen von Herr Mercadet von Honoré de Balzac, Die Häuser meines Vaters von George Bernard Shaw und La Farinella von Giulio Cesare Croce. 1966 verabschiedet die Gemeinde Bozen die erste Verordnung des Teatro Stabile: diese muss noch vom Staat ratifiziert werden, inzwischen wird der Verein aber nach Jahren institutioneller Unsicherheit rechtsfähig. In der Zwischenzeit kommen immer stärker schon lange bestehende Differenzen zwischen Fantasio Piccoli, der mehr dem lyrischen Theater zugewandt ist, und den Verantwortlichen des Theaters, die das Programm und den Spielplan erneuern wollen, auf. Piccoli tritt als Direktor zurück, steht aber weiterhin als künstlerischer Berater weiter zur Verfügung. Die Leitung wird Renzo Ricci, Eva Magni, die damals schon bekannt waren, und einer Gruppe Schauspieler übertragen, unter ihnen Raffaele Bondini, Ginella Bertacchi, Fernando Pannullo, Torivio Travaglini, Alberto Germiniani. In der neuen Spielzeit, die sich bis 1967 hinzieht, erscheinen auf der Bühne Eines langen Tages Reise in die Nacht von Eugene O'Neill, Heinrich IV und La Patente von Luigi Pirandello, L'osteria della posta von Goldoni, La libertà von Carlo Terron, Il belvedere von Aldo Nicolaj, Napoleone sul campanile von Alverio Raffaelli und La notte di un nevrastenico von Riccardo Bacchelli. Anschließend wird Renzo Giovampietro zum künstlerischen Direktor ernannt (1967-68), auf den Mario Antonelli folgt. Das Stabile wird wieder zu einem Wandertheater und tritt auf verschiedenen Bühnen auf.

Theater, Oper und Operette

Auf der Bühne des Cristallo werden für mehrere Spielzeiten Theaterstücke, lyrische Opern und Operetten aufgeführt. Leider gingen die Unterlagen und historischen Quellen dieser Veranstaltungen im Laufe der ersten Umbauarbeiten des Gebäudes verloren und es gibt keine überprüfbaren Andenken darüber.
Im Cristallo spielen auf der Bühne viele Gad ("Gruppen der dramatischen Kunst") jener Zeit, in erster Linie jene des Minerva-Theater, welche in der Nachkriegszeit gegründet legendärer Ausdruck für das Laientheater der Landeshauptstadt geworden ist. Die Liebe zur Bühne betrifft viele Persönlichkeiten, die sich hervortun, indem sie den nicht immer einfachen Weg des Laientheaters beschreiten. Nicht zu vergessen sind hier der starke Einsatz von Maria Pia Socin, Giorgio Dal Piai, Alfredo Retucci, Marina Manganaro, Lauro Daidà, Giancarlo Fellin, Enrico Cavazzana, Sebastiano Benacchio, Elda Leveghi. Was die lyrische Oper und Operetten betrifft, muss man sagen, dass sie in Bozen nicht mehr aufgeführt wurden, nachdem das Verdi-Theater im Herbst 1943 durch die Bombardements der Alliierten dem Boden gleichgemacht wurde. Sie erscheinen in der Bozner Szene erst nach der Eröffnung des Cristallo Theaters, da es das einzige war, das für diese Art Vorstellung ausgerüstet war. Nach dem Jahre 1973, in dem das Cristallo geschlossen wurde, kommt die Lyrik erst mit dem Bau des Neuen Stadttheaters, das 1999 eingeweiht wurde, nach Bozen zurück.

Der Vorhang fällt

1973 schließ das Cristallo seine Tore: zu viele Restschulden. Die Pfarrei muss ein Darlehen aufnehmen und versuchen, die Situation zu sanieren. Dreißig Jahre lang sind die Aktivitäten des Cristallo, außer sporadischen Veranstaltungen, an die Aufnahmen des Rai Sender Bozen, die dem Publikum zugänglich waren, und anschließend an die Proben hinter verschlossenen Türen des Haydn-Orchesters, das bis 1999 zu Gast war, gebunden. Don Paolo Michelin, 1964 wird er zum Nachfolger von Don Lino Giuliani, wagt es nicht, das Schicksal des Theaters zu verändern, auch weil sich in der Zwischenzeit das Bild von den Aufgaben von Pfarrei und Priestern  verändert hatte. Die Pfarrei tritt schließlich die Theaterleitung ab und die Kurie beauftragt einen Verwalter.

1989 - 2003, der Pfarrgemeinderat wendet sich an die Institutionen

Die Schulden werden mit der Zeit saniert und die Kurie gibt das Theater wieder der Pfarrei zurück. Im Rahmen des Pfarrgemeinderates ist die Idee gereift, das Theater zu restaurieren und wieder in Funktion zu setzen. 1994 wird eine Umfrage gemacht, um die Meinung der Leute des Stadtviertels zum künftigen Verwendungszweck des Gebäudes zu ermitteln. Die Umfrage und die Datenauswertung wird Professor Antonio Scaglia, Dekan der Fakultät für Soziologie an der Universität Trient, anvertraut, um einen Überblick über die kulturelle Ausrichtung und kulturellen Erwartungen der Einwohner darzulegen. Es ergibt sich, dass das Stadtviertel große Hoffnung in die Wiedereröffnung des Theaters setzt, und dass dieses in seiner Funktion ein sehr wichtiger Bezugspunkt wäre. Für diese Aufgabe wird die Pfarrgemeinde zur wahren Antriebskraft. Während die ersten Umbauarbeiten am Gebäude beginnen, die Büros des Bürgerzentrums und der Sitz des Jugendzentrums bzw. der Tagesstätte für Senioren werden hier angesiedelt, setzt sich der Pfarrgemeinderat mit größerer Entschlossenheit dafür ein, das Theater wieder ins Leben zu rufen. Die "Kampagne" beginnt in den frühen 90er Jahren und führt zu einer Reihe von Erfolgen. Der Punkt Cristallo erscheint ständig auf der Tagesordnung der Sitzungen. Ein Brief, Treffen, Petition, Kontakt mit der Kurie, den öffentlichen Einrichtungen und den Vereinen folgt auf den anderen. Was kann man mit diesem Saal machen? Erhalten, restaurieren? Wer übernimmt die Leitung? Es ist die einzige Struktur ihrer Art auf dieser Seite der Talfer und kann die Bedürfnisse von etwa zwei Dritteln der Stadtbevölkerung decken. Beide Sprachgruppen zeigen Interesse. Es findet eine Reihe an Treffen mit politischen Vertretern der wichtigsten Einrichtungen statt. Einer der kritischsten Punkte ist natürlich das Geld. 1996 kommt die erste umfassende Finanzierung vom italienischen Kulturreferat. Verwendungszweck: Restaurierung des Theatersaales und Bau von weiteren Räumen für den Sozialdienst. Der Beginn der Arbeiten wird für Januar 1998 angesetzt. Es müssen jedoch noch die technischen und bürokratischen Probleme, Projekte, Lizenzen und vieles mehr gelöst werden: potenziell wurden der Gesamtumbau und der Neubau von des Jugendzentrums und der Seniorentagesstätte auf den Weg gebracht. Im Theater werden die Galerie entfernt, die Sitzplätze von 700 auf etwa 500 reduziert und weitere Räume für kulturelle Veranstaltungen geschaffen. Im September 1998 wird der erste Auftrag vergeben. Der neue "Sozialplan zur Lebensqualität 2004" der Stadtgemeinde Bozen und die 2005 von der Trento School of Management im Auftrag vom Italienischen Kulturreferat der Provinz durchgeführte Untersuchung bestätigen die Zweckmäßigkeit des Projektes Cristallo. 2001 beginnen die Arbeiten. Heute ist das Cristallo fest in das Stadtviertel eingegliedert. Ein kultureller Pol, neben dem Jugendzentrum, der Tagesstätte für Senioren und dem Bürgerzentrum, ist es vor allem ein Theater.

 

 

EVENT

Juli 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31

NEWSLETTER

captcha 
I agree with the Nutzungsbedingungen

INFO TICKET

Kassaöffnungszeiten:
von Di. bis Fr. von 17.00 bis 19.00 Uhr
am Do. auch von 10 bis 12 Uhr
eine Stunde vor Beginn jeder Veranstaltung Ticket on-line

UNSERE WERBETRÄGER

andolfo1

Claudio Andolfo

cababoz1

Cababoz

esquivel1

Adolfo Pérez Esquivel 

fontana1

Pio Fontana

franchini1

Simone Franchini e Eurac Cafe

Licia Nicoli1

Licia Nicoli e L'Altrocatering

maffei1

Andrea Maffei

Marta sui tubi1

Giovanni Gulino - Marta Sui Tubi 

Massardi1

Diego Massardi e AVIS Bolzano

Matteo Gregori1

Matteo Gregori Foto Veronese

Neri Marcorè1

Neri Marcorè sostiene la cultura!

new project1

New Project Orchestra e Fabrizio Bosso

Red Canzian1

Red Canzian

tommasini1

Christian Tommasini

Valeria Trevisan1

Valeria Trevisan

zanardo1

Francesco Zanardo

zeni1

 Fiorenzo Zeni

Frontpage Slideshow | Copyright © 2006-2015 JoomlaWorks Ltd.

MEDIA PARTNER

ANSÄSSIGE EINRICHTUNGEN